Eine sichere Arbeitswelt entsteht nicht von allein. Sie braucht Wissen, Haltung und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Mit der act & protect® Academy machen wir sexualisierte Gewalt, Sexismus und Machtmissbrauch sichtbar und entwickeln gemeinsam mit Organisationen konkrete Wege für wirksame Prävention und Schutz im Arbeitsalltag.
Dabei verbinden wir feministische Perspektiven, Sensibilisierung, Empowerment und konkrete Handlungskompetenz. Wir stärken Menschen darin, Sexismus und Machtmissbrauch zu erkennen, Grenzen zu achten, Betroffene zu unterstützen und Verantwortung zu übernehmen. Ein besonderer Fokus liegt auf Male Allyship: Wir ermutigen Männer, ihre Rolle und Privilegien zu reflektieren, sexistische Strukturen und Verhaltensweisen nicht unwidersprochen hinzunehmen und aktiv Verantwortung für Veränderung zu übernehmen.
Veränderung bedeutet mehr, als problematisches Verhalten zu erkennen. Sie bedeutet, Haltung zu zeigen, einzugreifen und Strukturen zu verändern. Für eine Arbeitswelt, in der Menschen unabhängig von Geschlecht sicher, respektvoll und gleichberechtigt arbeiten können.
Geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung und sexualisierte Gewalt beginnen nicht erst bei körperlichen Übergriffen. Sie zeigen sich auch in Sprache, Blicken, Kommentaren, Witzen, Stereotypen, Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch und der Ausnutzung von Abhängigkeiten.
Eine feministische Perspektive macht diese Machtverhältnisse und strukturellen Benachteiligungen sichtbar. Male Allyship stärkt insbesondere Männer darin, ihre Rolle zu reflektieren, Sexismus anzusprechen, Betroffene zu unterstützen und Verantwortung für Veränderung zu übernehmen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verpflichtet Arbeitgeber zu Schutz und Prävention, unter anderem durch Information und Schulung. Dennoch fehlen in vielen Organisationen bekannte Ansprechstellen, klare Verfahren und wirksame Prävention. 44 Prozent der Befragten konnten laut einer bundesweiten Studie keine ihnen bekannte Schutzmaßnahme gegen sexuelle Belästigung und Gewalt an ihrem aktuellen Arbeitsplatz benennen.
Genau hier setzen wir an: Mit feministischer Bildungsarbeit, Empowerment und konkreter Handlungskompetenz unterstützen wir Menschen und Organisationen dabei, Sexismus und sexualisierte Gewalt zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und wirksame Strukturen für Schutz und Gleichberechtigung zu schaffen.
Und zwar Betroffene, Teams und Unternehmen. Sie vergiften die Arbeitsatmosphäre und das Betriebsklima. Sie demotivieren, ängstigen, traumatisieren und können massive psychische und physische Folgen haben. Dabei sind Sexismus und sexualisierte Gewalt nicht nur individuelle Grenzverletzungen, sondern auch Ausdruck und Verstärker bestehender Macht- und Ungleichheitsverhältnisse.
Gleichbehandlung ist ein grundlegendes Recht und eine gesetzliche Verpflichtung. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Beschäftigte vor Benachteiligung, unter anderem aufgrund des Geschlechts. Auch auf EU-Ebene ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern rechtlich verankert. Dazu gehört der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie stärkt zudem die Rechte von Beschäftigten und verpflichtet Arbeitgeber zu mehr Transparenz bei Entgeltstrukturen. Dennoch bestehen geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der Arbeitswelt fort – bei Bezahlung, Karrierechancen, Entscheidungspositionen und der Verteilung von Macht und Verantwortung. Gleichzeitig fehlen in vielen Unternehmen präventive Maßnahmen, funktionierende Beschwerdestrukturen und wirksame Schutzmechanismen gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt.
Arbeitgebende haben die Pflicht, aktiv vor sexueller Belästigung zu schützen (§ 12 AGG). Beschäftigte haben das Recht, sich zu wehren. Bei ausbleibender Hilfe sind sie zudem berechtigt, die Leistung zu verweigern und ihre Tätigkeit ohne Verlust des Arbeitsentgelts einzustellen (§ 14 AGG).
Eine Unternehmenskultur, in der sexualisierte Gewalt, Sexismus und Ungleichbehandlung stattfinden, ist ein Risiko – für jede*n Mitarbeitende*n und für das Unternehmen. Sie beeinträchtigen Gesundheit und Sicherheit, vergiften die Arbeitsatmosphäre und können Demotivation, Fehlzeiten, Fluktuation, ein negatives Employer Branding und wirtschaftliche Verluste zur Folge haben.
Wohingegen Unternehmen, die auf Schutz, Gleichbehandlung und eine respektvolle Kultur setzen, nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch ihre Zukunftsfähigkeit stärken. Mehr Geschlechtergleichstellung könnte das BIP pro Kopf in der EU bis 2050 um bis zu 9,6 Prozent steigern und 10,5 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.
Wirksamer Schutz bedeutet deshalb mehr als Regeln und Richtlinien. Male Allyship und Bystander-Intervention stärken Mitarbeitende darin, Sexismus und Grenzüberschreitungen zu erkennen, nicht wegzuschauen, Betroffene zu unterstützen und Verantwortung zu übernehmen. So wird aus Prävention gelebte Unternehmenskultur, Gesundheitsvorsorge, gelebte Verantwortung und ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Organisationsentwicklung.
Eine sichere und gleichberechtigte Arbeitswelt entsteht nicht allein durch Wissen, sondern durch Haltung und konkretes Handeln. Deshalb machen wir Engagement sichtbar:
Teilnehmende erhalten nach unseren Veranstaltungen ein act & protect® Teilnahmezertifikat als Zeichen ihrer Auseinandersetzung mit Sexismus, sexualisierter Gewalt, Prävention und konkreten Handlungsmöglichkeiten.
Organisationen, Institutionen und Abteilungen, mit denen wir im Rahmen unserer Arbeit zusammenarbeiten, erhalten das act & protect® Partner*innen-Badge. Es steht für die bestehende Zusammenarbeit mit act & protect® und den gemeinsamen Einsatz gegen sexualisierte Gewalt. Das Badge macht die Partnerschaft und die Zugehörigkeit zu unserem wachsenden Netzwerk sichtbar.
Das Partner*innen-Badge ist keine Zertifizierung und kein Gütesiegel. Es bescheinigt nicht, dass eine Organisation frei von Sexismus, Stereotypen oder sexualisierter Gewalt ist. Es macht sichtbar, dass sie sich mit diesen Themen auseinandersetzt, Verantwortung übernimmt und gemeinsam mit uns an Prävention, Schutz und einer respektvollen Organisationskultur arbeitet.
Eine respektvolle Organisationskultur entsteht nicht durch einen Code of Conduct allein. Sie entsteht dort, wo Haltung, Wissen, Strukturen und Verhalten zusammenwirken.
Wir unterstützen Unternehmen und Organisationen dabei,
Unsere Formate reichen von Impulsen und Workshops über Beratung und Prozessbegleitung bis zur Entwicklung und Implementierung individueller Schutzkonzepte. Dabei arbeiten wir vertraulich, differenziert und praxisnah. Wir betrachten nicht nur einzelne Situationen, sondern auch die Strukturen und Dynamiken, in denen sie entstehen können. Denn Prävention bedeutet für uns nicht, Menschen Angst vor Fehlverhalten zu machen. Prävention bedeutet, Menschen handlungsfähig zu machen.
Wenn möglich und fachlich sowie thematisch sinnvoll, arbeiten wir mit zwei Dozierenden unterschiedlichen Geschlechts. So verbinden sich unterschiedliche fachliche Perspektiven, Erfahrungen und Zugänge. Gerade bei sensiblen Themen ermöglicht dies einen traumasensiblen und flexiblen Umgang mit Fragen, Gruppendynamiken und emotionalen Prozessen. Der Perspektivwechsel erweitert die Lernmöglichkeiten, stärkt die Identifikation der Teilnehmenden und schafft mehr Raum für individuelle Bedürfnisse. Gleichzeitig kann eine Person den Gruppenprozess im Blick behalten, während die andere gezielt auf einzelne Fragen oder Situationen eingeht.
Die Doppelbesetzung gehört für uns zum Format – nicht zu Zusatzleistungen. Sie wird dort eingesetzt, wo sie fachlich und thematisch einen echten Mehrwert bietet. So profitieren Sie von gebündelter Expertise, unterschiedlichen Perspektiven und mehr Flexibilität in der Durchführung, ohne einen zweiten vollständigen Tagessatz zu zahlen.
Unsere Arbeit endet nicht mit einem Auftrag. Mit jeder honorierten Veranstaltung im Business-Bereich schaffen wir die Möglichkeit, eine pro-bono Veranstaltung für eine Non-Profit-Organisation durchzuführen. So wird aus Prävention nicht nur ein Angebot für diejenigen, die es finanzieren können, sondern ein Beitrag, der weitergetragen wird.
Workshops